Ruinen & Wasserfälle

Von dem wunderschönen Campeche, ging es auf unsere erste sechsstündige Nachtfahrt mit dem ADO Bus in Richtung Palenque, an den Rand des Regenwaldes.
Ehrlich gesagt hat uns die Stadt nicht wirklich gereizt. Palenque bietet sich super als Ausgangspunkt für einen Besuch der wohl größten Maya Ruinenanlage Mexikos, von der übrigens erst 5% freigelegt wurden, der Rest ist noch von Regenwald bedeckt. Auserdem befinden sich in der Nähe einige spektakuläre Wasserfälle. Das wollten wir natürlich alles sehen.

Morgens aus dem Bus ausgestiegen, völlig übermüdet, da wir beide nicht wirklich schlafen konnten, schnallten wir die Backpacks auf und machten uns auf den Weg Richtung Hotel. Sarah scherzte noch: „Man wär das geil, wenn wir sofort auf das Zimmer könnten“.
Im Hotel angekommen sagte die nette Dame an der Rezeption natürlich: „Your room is ready“.
Wir freuten uns und haben erstmal 3 Stunden geschlafen😂

Für den nächsten Tag haben wir eine Tour entdeckt…Morgens um 8Uhr werden wir im Hotel abgeholt, fahren zu den Ruinen , danach zu einem der Wasserfälle und im Anschluss per Minivan nach San Cristobal de las Casas, in die Stadt wollten wir sowieso als nächstes. Der Minivan braucht sogar nur 5 Stunden, der ADO Bus im Gegensatz 10 Stunden😄

450 Pesos pro Person. Das sind ca.20€
Soviel hätte normalerweise schon der ADO Bus gekostet.
Hammer dachten wir…Das da dran irgendwas faul sein könnte, haben wir natürlich nicht gedacht. Oder haben es aufgrund des Schnäppchens ausgeblendet😂

Man muss dazu sagen, wir befinden uns inzwischen im Bundesstaat Chiapas. Eine der ärmsten Regionen Mexikos. Zapatisten rebellieren gegen den Staat und machen in ihren Dörfern ihre eigenen Gesetze. Man liest ab und an von Straßenblockaden und Raubüberfällen. Autofahrer werden meistens hinter einer Kurve, durch Kinder welche bunte Schnuren über die Straße spannen zum anhalten gezwungen. Sobald man steht kommt der Rest der Bande aus den Büschen und verhandeln. Manchmal soll es wohl reichen wenn man 10 Pesos abdrückt. Es soll aber auch Fälle gegeben haben wo mehr verlangt wurde.
Nun gut, dass alles haben wir schon gelesen bevor wir in diese Region gefahren sind. Wir lesen uns eigentlich immer ein, bevor wir irgendwo ein,- bzw. hinreisen. Genau aus diesem Grund haben wir uns auch entschieden die Cascadas de Roberto Barrios und nicht die bekannteren Cascadas de Agua Azul zu besuchen (Cascadas = Wasserfälle). Weil es in der Gegend um Agua Azul vermehrt zu Überfällen kommt und sogar bis vor kurzem keine Touren hierhin angeboten wurden. Es war scheinbar selbst den ortsansässigen Touranbietern , welche man in Palenque alle vier Meter findet zu riskant.

Am nächsten Morgen wurden wir verdammt pünktlich, um kurz vor acht abgeholt. Wir haben noch gefrühstückt🤔
Normalerweise wäre es ja typisch deutsch, um viertel vor acht vor der Tür zu stehen und nervös in jedes Auto zu schauen, weil es ja der Fahrer sein könnte🤔😃
Wir hassen es und sind nicht so🤣🤣
Als wir noch weitere Gäste abgeholt haben sind wir dann zu den Ruinen. Nach ca.10 Minuten waren wir schon da.
Ganze drei Stunden hatten wir hier…Man kann allerdings auch mehr Zeit dort verbringen.
Als wir aus dem Van raus sind, kamen sofort mehrere Mexikaner an und wollten uns einen Regenponcho verkaufen. Was kostet er, fragte Sarah. 75 Pesos sagte der Mexikaner. Ich musste schmunzeln und habe mich mit einem netten „no, gracias“ von ihm verabschiedet. Wir haben nicht eingesehen, für ein Stück Plastik 2,25€ auszugeben. Wir sind schließlich arme Backpacker😉 Nach zehn Minuten kam ein Regen vom Himmel, dass haben wir wirklich nich nicht erlebt. Wir waren klitschnass…Einfach komplett nass.
Der Mexikaner lacht wahrscheinlich heute noch darüber🤣
Jedenfalls haben sich die Ruinen total gelohnt und würden sie jedem weiterempfehlen.

Die Ruinen von Palenque
Die Ruinen gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe

Danach wieder in den Van und auf zu den Cascadas de Roberto Barrios. Inzwischen haben wir übrigens rausgefunden, dass diese in dem gleichen Gebiet wie die „gefürchteten“ Cascadas de Agua Azul liegen🤦‍. Und man mag es kaum glauben, aber auf der Fahrt dorthin durchfuhren wir einige Dörfer, in denen spielten tatsächlich Kinder mit den beschriebenen bunten Schnuren. Schlimmer fanden wir allerdings, dass die meisten Jungs so um die 12 Jahre alt, am Straßenrand mit riesigen Macheten rumfuchtelten.
Jedenfalls wurden wir nicht angehalten und sind dann an den wirklich beeindruckenden Cascadas angekommen.

 

Cascadas de Roberto Barrios

 

Cascadas de Roberto Barrios

Auf dem Rückweg hieß es dann, dass die Leute welche nach San Cristobal fahren umsteigen müssen. Inzwischen wurde es schon langsam dunkel als wir an dem „Umstiegparkplatz“ ankamen. Dort standen mindestens 25 Vans wie unserer und mindestens eine handvoll Polizeiautos. Das schien uns verdammt komisch. Umgestiegen in einen amderen Van. Der fand Platz für 16 Leute plus Fahrer. Der Sitzabstand betrug ungelogen ca. 15 Zentimeter. Die die mich kennen wissen das ich 1,91cm groß bin. Aber sogar für Sarah war es mit ihren höchstens 1,65cm eine Qual.
Aber kein Problem, die Fahrt ging nuuuur 5 Stunden und war von der Strecke her die reinste Achterbahn. Eine Kurve gefolgt von der nächsten und alle paar hundert Meter diese Topes. Topes sind solche Hügel/Hindernisse auf der Straße, damit man nicht zu schnell fährt. Manche haben glaube ich eine Rekordverdächtige Höhe. Man hebt manchmal wirklich vom Sitz ab, wenn der Fahrer drüber brettert. Die Vans fuhren in Kolonne, glaube es waren sechs oder sieben und…Jetzt kommt’s…Wir wurden die komplette Fahrt von der Polizei begleitet.
Das wird wohl jeden Abend so praktiziert, weil die Strecke als gefährlich eingestuft wird. Naja hinterher ist man immer schlauer🤣

Wir möchten auch hier nochmal sagen, dass wir uns zur keiner Zeit unwohl oder unsicher gefühlt haben👍
Aber als wir dann endlich in San Cristobal de las Casas ankamen, wurden wir mit der Schönheit der Stadt belohnt.

Dazu dann bald mehr…
Saludos aus Mexiko


 

 

Die Ponchos sehen sowieso affig aus 😉

 

Eine gemischte Platte für 6€ 🙂

 

…in the Jungle.

 

Traumhaft schön – Cascadas de Roberto Barrios

 

Cascadas de Roberto Barrios

 

…mittem im Regenwald

4 Kommentare zu „Ruinen & Wasserfälle

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  1. … schöne Berichte. Habe Ende der 90er-Jahre in México gelebt und viele der von euch besuchten Orte ebenfalls entdeckt. Wir waren dann immer mit dem PKW unterwegs. Es hat sich kaum etwas verändert :). Die Kinder haben auch damals schon die Maut erhoben, hinzu kamen vor allem in Chiapas Kontrollen des Militärs. Und es galt: Nie Nachtfahrten über Land, was aber auch für ganz México gilt.
    Falls auf eurem weiteren Reiseweg: Oaxaca und oberhalb der Stadt Monte Alban besuchen.

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