Antigua – Liebe auf den ersten Blick

Es waren „nur“ dreieinhalb Stunden bis Antigua. Man merkt übrigens sofort wenn man in Antigua ist. Kopfsteinpflaster…Überall Kopfsteinpflaster. Da fast alle Vans mit denen man hier von A nach B gefahren wird quasi keine Stoßdämpfer haben, scheppert es ordentlich.
Wie wir es meistens machen, pfefferten wir nach dem ankommen unsere Backpacks in die Ecke und machten uns zu Fuß auf, um die Stadt zu erkunden. 17km waren es. Diese Stadt ist so schön. Es war bei uns beiden liebe auf den ersten Blick. Alles ist bunt, lebendig und man kann so viel besichtigen und erleben.

Stadterkundung

Wir haben uns für eine Nacht in einem Hostel eingebucht, da wir am nächsten Tag in das Büro unserer Spanischschule mussten um uns unsere guatemaltekische Gastfamilie vorstellen zu lassen. Hier in Antigua kann man nämlich super günstig Spanischschulen besuchen und gleichzeitig bei einer einheimischen Familie wohnen. Den Tipp für die Schule welche wir besuchen haben wir von einem Pärchen von Instagram. Leider haben wir uns knapp verpasst. Danke nochmal an dieser Stelle.

Wir haben also alles ein paar Tage vorher per E-Mail reserviert und sollten uns am Sonntag im Büro melden. Einfach. Guatemala halt.
Im Büro angekommen klärten wir ein paar Sachen wie Schulbeginn, Schulzeiten etc. und zahlten erstmal nur die erste Woche. Schon klingelte es an der Tür und Gastpapa Walter holte uns ab. Auf dem Weg „nach Hause“ erzählte er uns das er eine Frau, eine Tochter und drei Söhne hat und schon waren wir da. Ein schönes, einfaches Häuschen mit einem großen Innenhof. Sofort stellten sich Gastmama Vicky, Tochter Jennifer und einer der Söhne José vor und hießen uns willkommen. Alle total nett und herzlich dachten wir uns und fühlten uns sofort wohl. Da man Sonntags nichts mit der Familie macht und man auch kein essen bekommt sind wir erstmal wieder raus um was zu essen. Man bekommt hier im Homestay wie man es nennt, jeden Tag drei Mahlzeiten. Außer Sonntags. Da hat die Familie quasi mal einen Tag für sich. Muss ja auch mal sein.

Am nächsten Morgen beim Frühstück lernten wir dann noch unsere Gastgeschwister kennen. Eine kunterbunte Truppe. Mirta, Martin und Francis aus Holland, Corinn aus der Schweiz, Kim aus Südkorea, Spencer aus Kanada und Olivia aus Taiwan. Mit Oliv aus Taiwan verstanden wir uns echt super und wir lernten oft zusammen. Wir wurden sogar nach Taiwan eingeladen. Wir überlegen ernsthaft dieses Angebot wahrzunehmen. Ein paar der Leute sind schon länger hier und gaben uns sofort super Tipps zum billig essen und trinken. Frauen brauchen in Antigua quasi nur am Wochenende Geld, da sie an jedem Tag in irgendeiner Bar Ladys Night genießen können und keinen Cent für ihre Drinks bezahlen müssen. Ich fühle mich ungerecht behandelt und frage mich, wie es hier mir der Gleichberechtigung aussieht.

Unsere “ Geschwister“ aus aller Welt 🙂

In einer Bar gibt es Mittwochs nicht nur Free Drinks the hole Night für Frauen…Nein sie bekommen auch noch kostenlose Massagen und Maniküren…Ich bin vom glauben abgefallen.
Die Leute die uns kennen wissen, dass das eigentlich sehr gefährlich für uns ist. Freibier??? IMMER DOCH. Aaaaaber wir wollten ja was lernen und morgens um acht Uhr beginnt die Schule. Also sahen unsere Tage meistens so aus, dass um 6:45 Uhr der Wecker klingelte, 7:15 Uhr Frühstück und nach zehn Minuten Fußweg um 8 Uhr die Schule beginnt.

Was ein schöner Schulweg. Vulkane, Sonne & überall freundliche Menschen.

Diese ging bis 12 Uhr, nach Hause, Mittagessen um 12:30 Uhr, in irgendein Café mit netter Aussicht um Hausaufgaben zu machen und etwas zu lernen, um 19 Uhr gab es Abendessen und danach waren wir meistens echt platt. Ich bin zu alt für diesen Scheiß.

Donnerstag Abend dachten wir uns dann „ach komm, auf drei Bier können wir raus.“ Zwei unserer Gastgeschwister haben sich nämlich in einem Hostel für ein Beer-Pong-Turnier angemeldet und wir wollten uns das nicht entgehen lassen. Am nächsten Morgen haben wir es bitter bereut. Jetzt weiß ich wieder wie es ist mit einem Kater zur Schule zu müssen.


Am ersten Wochenende wollten wir dann unsere bislang härteste Aktion durchziehen. Den Vulkan Acatenango besteigen. Dazu gibt es einen eigenen Blogbeitrag. Apropos Vulkan…

Egal wo man sich in der Stadt aufhält, sieht man meistens einen von drei Vulkanen wenn sie sich nicht hinter Wolken verstecken. Den Vulkan Agua, den aktiven Fuego und den Acatenango mit seiner stolzen Höhe von 3976 Metern.

Vulkan Agua

Mit unserer Schule und der Gastfamilie waren wir übrigens so glücklich, dass wir nach dem ersten Wochenende gleich um eine weitere Woche verlängert haben.Unsere Lehrerin Lety, eine sehr nette und moderne Guatemaltekin hat uns den Stoff wirklich super beigebracht und wir haben viel gelernt. Den Unterricht haben wir übrigens in einem riesigen grünen Garten. Von der Dachterasse kann man in der Pause den Aktiven Fuego beobachten. Einfach genial.

Große Pause 🙂

An unserem zweiten Wochenende haben wir das Fußballstadion besucht. Fast wie zu Hause.
Primera Jordana – 1. Bundesliga. Antigua ist sogar der amtierende Meister. War auch ein schönes Spiel. Qualitativ zwar nicht so wie unsere Bundesliga. Dafür war die Stimmung super und man lernt eine menge übelster Beschimpfungen auf Spanisch. Allerdings war vor ein paar Tagen Sommeranfang und es war brüllend heiß.

Außerdem hatten wir einen leichten Kater vom Vortag. Da waren wir nämlich mit ein paar unserer Gastgeschwister unterwegs. Als Sarah, Olivia und ich uns dann irgendwann entschieden nach Hause zu gehen, saß in unserem Innenhof ein guatemaltekisches Pärchen und lud uns ein, ihre Flasche Rum mit uns zu teilen. Da kann man ja nicht nein sagen… Erstens Rum… und zweitens Spanischunterricht für lau. Estefan und Gabriala. Beide total nett. Gabriela studiert in Guatemala City und ist nur am Wochenende hier zu Hause. Estefan ist ihr Freund. An dem Abend haben wir ein richtig tolles Kompliment bekommen. Sie haben uns nämlich nicht geglaubt, dass wir erst seit zwei Wochen zur Spanischschule gehen. Wir waren stolz wie Oskar und hauten ein Wort nach dem anderen raus.

Wir müssen feststellen, dass so ein Alltag mit Verpflichtungen auf einer Langzeitreise ganz schön anstrengend sein kann. Man kann ja denken es sind „nur“ vier Stunden Unterricht am Tag. Ja das stimmt, aber in diesen vier Stunden haut uns unsere Lety eine Vokabel nach der anderen um die Ohren. Ganz zu Schweigen von der Grammatik. Nach dem Mittagessen machen wir meistens noch ca. 1,5 Stunden unsere Hausaufgaben und dann reicht es auch.
Okay gut…Die Hausaufgaben machen wir meistens in irgendeinem geilen Café mit Dachterasse und Blick auf die Vulkane, von denen wir immernoch nicht genug bekommen.

Obwohl wir uns hier in der Stadt wirklich total wohl fühlen, muss es dann doch irgendwann mal weitergehen. Den letzten Schultag haben wir hinter uns und haben uns schon von Lety verabschiedet.

Unsere liebste Lety 🙂

Freitag Abend waren wir noch mit unseren Gastgeschwistern Oliv, Kim und Spencer unterwegs. Wir wollten in eine Bar um eine Michelada bzw. einen Mojito zu trinken. Als wir dann drin waren waren wir quasi bei einem Live Rap Battle. Natürlich auf Spanisch. Achso ihr fragt euch bestimmt gerade was eine Michelada ist??
Eine Michelada ist ein Bier deiner Wahl mit Tomatensaft, Soda, Salz, Pfeffer und Salsa Picante…Genau mein Ding. Sarah bleibt bei ihrem Mojito.

Südkorea, Taiwan, Deutschland & Kanada

Samstag sind wir dann noch mit einem Uber zur Sehenswürdigkeit Hobbitenango gefahren. Dort sind kleine Hütten in den Bergen, wohl wie bei den Herr der Ringe Filmen. Wir outen uns und gestehen, dass wir keinen einzigen der Filme gesehen haben. Sieht echt super aus. Nette Aussicht und gute Unterhaltung.

Zurück nach Antigua sind wir dann zum ersten mal in unserem Leben per Anhalter gefahren. War total entspannt. Gleich das erste Auto hat gehalten und hat uns mitgenommen. Abends ging dann nicht mehr viel. Haben nur noch gemütlich zusammen gesessen und uns unterhalten.

Jimmy war so nett & hat uns eingesammelt und zurück nach Antigua gebracht.

Gestern sind wir dann noch mit unserer taiwanesischen Freundin Oliv frühstücken gegangen und waren nochmal zusammen Mittagessen. Dann mussten wir uns auch leider von Oliv und unserer Gastfamilie verabschieden. Sarah hat ein paar Tränen verdrückt und unsere Gastmutti wollte uns gar nicht gehen lassen.

Es ist schön auf Reisen Freunde zu finden 🙂

Sie hat uns noch gesagt wie toll sie es findet, dass wir uns als Pärchen nicht zurück ziehen und unser Ding machen, sondern mit allen kommunizieren und die aktuelle Truppe zur einer lustigen machen. Darüber habe ich mich sehr gefreut, auch wenn es für mich das normalste der Welt ist.
Falls wir nochmal in Antigua sind haben wir jederzeit ein zu Hause sagt Mutti Vicky.
Es war doch ein trauriger Abschied, aber wir sind auch gespannt Neues zu entdecken.

Wir hatten drei tolle Wochen bei Vicky & Ihrer Familie

Da wir anscheinend die einzigen waren die für diese Uhrzeit ein Shuttle gebucht haben, wurden wir mit einem normalen Auto anstatt mit einem Van zum Flughafen gefahren.
Lag wahrscheinlich daran, weil Sonntag war und seit Aschermittwoch die ganze Stadt Kopf steht. Sonntags zieht eine riesen Parade durch die Stadt. Eine Prozession für Ostern. Sowas hat die Welt noch nicht gesehen. Alles ist geschmückt. Die Straßen mit bunten Bildern verziert und das ganze geht ca. 12 Stunden. Jaaa 12 Stunden! Unglaublich. Deswegen ist dann auch so ziemlich jede Straße gesperrt und man hat große Probleme aus der Stadt zu kommen. Hat aber geklappt.

Überall werden Teppiche aus buntem Sand gelegt

Nun haben wir Montag morgen 1:49Uhr und wir sitzen am Flughafen…

…in COSTA RICA.

Wir saßen hier noch bis ca. halb sechs rum. Dann machten wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle um zur unserem ersten Halt in dem Land zu fahren. Wir haben schonmal Geld abgehoben und mussten sofort feststellen, dass es bisher das schönste ist.

Bis die Tage.
Saludos aus Land Nummer vier…Costa Rica.

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