Kolumbiens Karibikküste – Cartagena & Taganga

Kurz vor Mitternacht war es als unser Flieger in Cartagena landete. Als die Türen aufgingen hatten wir sofort ein bekanntes Gefühl. Einen Schlag ins Gesicht…Von ca.17° in Bogotá zu 32° in Cartagena. Dazu kommt sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Ich liebe dieses Wetter und vorallem den Schlag wenn man aus dem Flugzeig aussteigt. Willkommen zurück in der Karibik. Wir glaubten ja sie hinter uns gelassen zu haben. Naja, es gibt schon schlimmeres als das.

Mit einem Taxi sind wir erstmal in unsere Unterkunft gefahren und sind schlafen gegangen. Am nächsten morgen sind wir los und erkundeten mal wieder die Altstadt zu Fuß. Es war brüllend heiß und das schon morgens um neun. Auf dem Weg liegt ein kleiner Stadtpark in dem man wohl Tiere beobachten kann. Tatsächlich sahen wir bestimmt zehn Eichhörnchen und im zweiten Baum hingen zwei Faultiere. Das eine sogar recht tief. Und das mitten in der Stadt, verrückt. Die Altstadt ist wahnsinnig bunt. Also wir haben inzwischen schon viele bunte Kolonialstädte gesehen.

Cartagena ist wohl noch ein bischen bunter. Wie bis jetzt überall in Kolumbien gibt es an jeder Ecke und ich meine wirklich an jeder Ecke verdammt schöne Streetart zu bewundern. Diese Kunst haben wir hier kennen und lieben gelernt.

Der Nachteil an Cartagena ist wohl, dass es ein wenig touristisch überlaufen ist, da erstens jeder Kolumbienreisende Cartagena besucht und zweitens gibt es hier einen Hafen für Kreuzfahrtschiffe. Tagsüber ist es somit halt sehr voll und die Straßenhändler sind penetrant und nervig. Sobald gegen 17Uhr die Schiffe wieder ablegen, wird es ruhiger und vorallem die einheimischen wirken viel entspannter. Straßenhändler sind dann auch fast keine mehr zu sehen.

In unserem Hostel hing übrigens ein Flyer auf dem irgendwas von „Comida Aleman“ (deutsches Essen) stand. Wir dachten wir sehen nicht richtig. Online fanden wir heraus, dass es ein Münchner ist, der deutsche Speisen und Bier anbietet. Wir freuten uns wie kleine Kinder und hofften das es auch wirklich wie in Deutschland schmeckt. Es war Sonntag. Öffnungszeiten: Sonntag geschlossen. Aber an dem Tag war ab 16Uhr geöffnet, da irgendein Game of Thrones Event war. Wann waren wir da?? Genau, typisch deutsch um 15:59Uhr. Aber wohl auch nur weil wir hunger hatten und nach knapp 17 Wochen ohne irgendwas deutsches zu essen, waren wir echt total gespannt. Ja also was sollen wir sagen…Es war verdammt wirklich verdammt lecker… Sarah hatte Spätzle mit Gulasch und ich ein Riesenschnitzel mit Pommes. Als wir bestellten sagte mir die kolumbianische Kellnerin im Dirndl, dass dies wirklich eine große Portion ist. Ich lachte sie an, erklärte ihr das wir seit 17 Wochen auf reisen sind, ich mich gerade freue und locker zwei von den Dingern essen könnte. Sie lacht, Sarah lacht, ich lache.

Ich habe das Ding weggeatmet. Ein zweites hätte natürlich nicht mehr gepasst, aber das habe ich ihr natürlich nicht gesagt. Das war nach 17 Wochen wirklich mal angenehm. Einfach mal einen vertrauten Geschmack im Mund zu haben. Also wir haben nichts gegen ausländische Küche. Ganz im Gegenteil wir lieben sie und in Mexiko z.B. gab es verdammt leckeres Essen. Zwischendurch aber ist es doch schon mal geil. Ganz nach dem Motto: „Der Deutsche isst nur das, was er kennt“.

Abends geht das bunte treiben auf den Straßen richtig los. Alle Cafés und Kneipen sind voll und besonders auf und um den Plaza de Trinidat spielt die Musik. Streetfood an jeder Ecke. Junge Männer verkaufen eiskaltes Bier aus Kühltaschen und ganze Gruppen tanzen zu karibischen Rhytmen auf dem Platz. Einfach genial. Nach einer halben Stunde hatten wir unseren „Stammbierverkäufer“. José aus Venezuela. Nach einer Stunde saß er neben uns und trank selbst mehr Bier als er verkauft hatte und wir quatschen über Gott und die Welt. Auf Spanisch natürlich.

Das klappt übrigens wieder richtig gut, nachdem wir in Costa Rica und Panama leider fast nichts davon brauchten. Außerdem ist es immer schön und motivierend von einem Spanisch Muttersprachler zu hören, dass man sehr gutes Spanisch spricht. Leider haben wir an genau dem Abend EIN Bier zu viel getrunken. Am nächsten morgen um neun kam nämlich unser Bus in den Ort Taganga. Wir waren total begeistert als der Wecker klingelte. Vorallem weil wir noch nichts gepackt hatten. Das haben wir bis jetzt immer erfolgreich vermieden. Am Vorabend eines Reisetages wird nichts getrunken. Diesesmal war alles anders. Mit einem üblen Kater setzten wir uns in den Bus und hassten uns dafür. Zum Glück war der Bus diesmal ein Mercedes Sprinter und wir hatten mehr Komfort und Platz als man es sonst manchmal hat. Trotzdem waren es vier nicht umgehende Stunden. Vorallem mussten wir eigentlich umsteigen, weil der Bus nur bis in der Ort vor unserem Zielort fuhr. Für ein kleines Extra hat er uns aber dann doch in den Ort gefahren. Nicht nur in den Ort sondern bis Einmündung zu unserem Hostel. Das dann zu Fuß der Berg des Todes anstand, haben wir in den Hostelbewertungen gelesen. Bei 32°, Mittagssonne und halt einem Kater unfassbar anstrengend.

Allerdings wird man oben belohnt. Wahnsinns Hostel, wahnsinns Aussicht und wahnsinnig Chillig. Wir haben unser Zimmer bezogen, sind in den Pool gesprungen und haben erstmal die Hängematten getestet. Nachmittags haben wir noch den Ort erkundet. Ja auch wenn wir erstmal den Berg des Todes wieder runter mussten. Ein kleiner, ruhiger Ort. Staubige Straßen, nette Leute. Allzu viel gibt es hier nicht zu sehen. Aber das ist auch mal schön. Alles läuft ganz einfach und total entspannt ab. Ach und Tauchschulen ohne Ende. Wir haben gehört das hier ein weltweit bekannter Tauchspot ist und ein Tauchschein wohl nur ein Appel und ein Ei kosten soll. Wir sind nicht so die Taucher. Erstens kann ich schwimmen wie ein Anker und zweitens hab ich schon in der Badewanne Probleme mit dem Druck in meinen Ohren. Sarah hingegen hat zu viel Angst vor schwimmenden Gefahren, obwohl diese auf der Reise schon verdammt viel besser geworden ist. Zur Erinnerung, in Belize ist sie neben Ammenhaien geschwommen. Vor ein paar Jahren, als sie Haie nur aus dem Film „Haialarm vor Mallorca“ kannte, wäre es unvorstellbar gewesen, dass sie mal aus einem Boot in einen Ozean springt. Also kurz gesagt, die Unterwasserwelt gefällt und fasziniert uns total. Aus schnorchelnder Sicht allerdings vollkommen ausreichend.

So verbrachten wir drei Tage im Pool, in den Hängematten und manchmal in dem kleinen Ort, wenn wir Lust auf den Berg des Todes hatten. Wir haben übrigens auch ein bischen über unsere Weiterreise nachgedacht und planen etwas geniales, auch wenn es etwas außergewöhnlich ist. Aber erstmal geht es wieder zurück in die kolumbianischen Anden. Fast genau in die Mitte der drei größten Städte Kolumbiens. Medellín, Bogotá und Cali. Nach Salento. Hier erwartet uns wieder ein gewaltiger Fußmarsch und ein anderes weltweit einmaliges Highlight. Was tut man nicht alles un die Welt zu entdecken. Bis bald. Saludos

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