Cusco, Machu Picchu und kurzes Gastspiel am Titicacasee

Morgens gegen halb acht kam der Nachtbus in Cusco an. Auf der zehnstündigen Fahrt ist uns schon aufgefallen, dass die Heizung im Bus auf Hochtouren lief. Ein Blick ins Handy verriet uns das es zwischenzeitlich -1° waren. In Cusco angekommen waren es immerhin 3°. Allerdings knallt die Sonne verdammt stark und auch hier braucht man Sonnencreme. Sobald allerdings Schatten kommt friert man sofort. Cusco liegt 3400m über dem Meeresspiegel. Unser Hostel lag auch nochmal auf einem Berg. So waren wir also auf ca.3500m. Die Aussicht war allerdings genial.

Breakfast with a view 🙂

Der Perutrail, ein Zug der viele Orte in Peru verbindet, fuhr übrigens quasi durch unser Zimmer. Er fährt wohl ein paar mal am Tag. Das blöde ist, in Peru gibt es scheinbar keine Bahnübergänge mit Schrankenanlagen so wie man es kennt. Nein, der Zug fährt einfach normal weiter und hupt in einer Lautstärke, dass man vor schreck zusammen zuckt. Einen Wecker braucht man somit nicht, denn bereits um 05:30 Uhr rollt der erste Zug hupend vorbei. Auch hier erkundeten wir wie fast immer direkt nach dem einchecken die Stadt. Alles nur etwas langsamer. Erstens war ich nach meinem Krankenhausaufenthalt noch nicht ganz fit und zweitens merkt man die dünne Luft. Man ist schnell außer Atem und fühlt sich schnell ausgepowert.

Der Ort gefällt uns auf Anhieb gut. Vorallem der gigantische Plaza de Armas. Wirklich schön.

Cusco ist auch ein praktischer Ausgangsort für viele Aktivitäten, wie zum Beispiel der berühmte Machu Picchu. Den wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Allerdings wird einem geraten sich erstmal an die Höhe zu gewöhnen. Haben wir natürlich getan. Die ersten beiden Tage haben wir ganz entspannt die Stadt erkundet und uns aklimatisiert.

Um mal zum Machu Picchu zu kommen. Es gibt mehrere Möglichkeiten dort hinzukommen. Er liegt nämlich ca.350Km von Cusco entfernt. Der Ausgangsort heißt Aguas Calientes. Dieser Ort ist allerdings nur mit dem Zug oder zu Fuß zu erreichen. Die Fahrt mit dem Zug von Cusco nach Aguas Calientes kostet nur schlappe 350€. Auch wenn die Zugfahrt traumhaft schön sein soll, Backpacker geben das nicht aus. So haben wir uns in einem Ausflugsbüro einen Hin,- und Rücktransport nach Hidroelectrica gebucht. Kostete nur ca. 16€ p.P. Am nächsten morgen ging es gegen acht Uhr los und die Fahrt war auch echt schön.

Sechs Stunden lang ist der Mercedes Sprinter von einer in die nächste Kurve geflogen. Mitten durch die Anden, vorbei an schneebedeckten Bergen und zwischenzeitlich auf einer Höhe von 4300m über dem Meeresspiegel. Also nichts für schwache Mägen. Nach der nicht enden wollenden Fahrt sind wir nach sechs Stunden in Hidroelectrica angekommen. Jetzt hieß es Sachen ins Hostel bringen und wir sind da. Nee, jetzt hieß es die letzten 10Km zu Fuß die Schienen entlang, bis nach Aguas Calientes. So machen das die Leute, die sich das Geld für den Zug sparen wollen und das waren echt erstaunlich viele Menschen.

Die Strecke ist wirklich easy, es geht keine Berge rauf oder runter. Nur über ein paar Brücken und Tunnel muss man laufen. Manchmal kommt auch ein Zug vorbei. Nach zwei Stunden haben wir unser Ziel Aguas Calientes erreicht. Ein recht kleiner eigentlich schöner Ort. Allerdings total touristisch. Aber das ist leider normal, schließlich besuchen tagtäglich tausende Menschen den Machu Picchu. Wir sind dann noch eine unglaublich schlechte Touristenpizza essen gewesen und sind dann auch schon ins Bett. Der Wecker für den nächsten Morgen war auf 4 Uhr gestellt. Da wir glücklicherweise noch 6 Uhr Tickets bekommen haben und um 5 Uhr das untere Tor öffnet, wollten wir um 4:30 Uhr los. Um 4:50 Uhr waren wir am Tor und waren tatsächlich fast die ersten die darauf warteten hoch marschieren zu dürfen. Der Weg nach oben dauert ca. eine Stunde und es sind ausschließlich Stufen. Allerdings ist jede Stufe verschieden hoch. Der Weg war verdammt anstrengend und ich dachte mir mal wieder warum mache ich diese Scheiße. Zumal man sich auch mit dem Bus hochfahren lassen kann. Kostet aber weitere 20€ pro Fahrt und pro Person. Außerdem war das Gefühl wirklich geil, völlig fertig oben anzukommen und sich mit all denen in die Warteschlange zu stellen, die sich haben hoch fahren lassen und wahrscheinlich auch noch mit dem Zug gekommen sind. Man hat das Gefühl etwas geschafft und geleistet zu haben.

Und da standen wir also, vor uns der MACHU PICCHU.

 

Da wir zum Glück noch 6 Uhr Tickets bekommen haben, waren wir mit die ersten und es hat sich doch sehr gut verlaufen. Die Aussicht und die Landschaft sind wirklich wahnsinnig schön und so früh morgens waren die Lamas und Alpakas auch noch entspannt und zutraulich. Geile Tiere. So entspannt und interessiert.

Wir haben ein nettes Plätzchen gefunden und haben dort einfach nur gesessen und geschaut. Bestimmt eine Stunde lang. Anschließend haben wir noch die alte Inkastadt erkundet, was wirklich sehr interessant und beeindruckend ist.

Und dann merkt man gegen Mittag doch, dass es brechend voll wird und total überlaufen ist. Die Busse kommen scheinbar im Minutentakt hier oben an. Als wir dann langsam Richtung Ausgang sind, sahen wir das Ausmaß. Der Eingang war rappelvoll. Wir holten uns noch schnell den Stempel für den Reisepass und machten uns zusammen mit einer Brasilianerin auf den Weg nach unten, sie wollte nicht alleine laufen. Der Abstieg dauerte auch ca. eine Stunde. Nochmal…Ich hasse Stufen. Die Beine zittern immer so sehr. Vorallem nach einer Stunde Stufen runter laufen. Unten angekommen gab es ein Päuschen auf einer Bank. Wenn man da sitzt und hoch schaut, sieht man erst wie hoch man am Morgen im dunkeln eigentlich gelaufen ist. Nach fünfzehn Minuten verschnaufen hieß es dann Rückweg. Wieder 10km die Gleise entlang bis nach Hidroelectrica. Heute haben wir ein bischen getrödelt und haben eine halbe Stunde länger gebraucht als gestern auf dem Hinweg.

Jetzt mussten wir nur noch auf den Transport warten um wieder 6 Stunden zurück nach Cusco zu fahren. Allerdings war die Fahrt alles andere als entspannt und schön. Schon oben auf dem Machu Picchu klagte Sarah, dass ihr schlecht sei und auf dem Fußmarsch wurde es leider nicht besser. Die Fahrt war die reinste Qual. Als wir dann nach einer gefühlten Ewigkeit im Hostel zurück waren ging es dann mit Durchfall und Erbrechen weiter. Also haben wir das Hostel direkt verlängert bevor es weiter ging.

Irgendwie wollte Peru nicht so wie wir. Als es wieder besser ging fuhren wir tatsächlich weiter. Wir wollten zum Titicacasee nach Puno. Der Ort bzw. der See liegt noch höher, auf knapp 4000m über dem Meeresspiegel. Angekommen lief erst alles gut, doch die Nacht war schrecklich. Wir konnten beide nicht schlafen und bekamen verdammt schlecht Luft. Wahrscheinlich vertragen wir die Höhe nicht so wie wir es gerne möchten, oder wir haben uns vielleicht doch zu wenig aklimatisiert auf der Höhe. Auf jeden Fall entschlossen wir uns am nächsten Tag sofort wieder in tiefere Gebiete zu fahren. Also ging es zurück nach Arequipa. Von dem Ort hatten wir ja leider wegen meines Krankenaufenthaltes nicht viel und der Ort hat uns verdammt gut gefallen. Allerdings entschlossen wir uns auch somit unsere eigentlich gedachte Südamerika Route zu ändern und leider Bolivien zu streichen. Normalerweise wollten wir über La Paz in Richtung Uyuni und drei Tage mit einem Jeep durch die größte Salzwüste der Welt nach Chile fahren. Allerdings liegt Bolivien teilweise auf bis zu 5000m Höhe und das wollten wir aktuell nicht auf uns nehmen. Aber das auf dieser Reise nicht immer alles so kommt wie man es gerne möchte, haben wir uns schon vorher gedacht.

So haben wir noch ein paar Tage in Arequipa verbracht, übrigens für uns einer der schönsten Orte unserer bisherigen Reise und sind dann von dort aus in die chilenische Hauptstadt Santiago de Chile geflogen.

Von da dann bald mehr. Saludos.

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