Hallo Australien

Ein kleines Vorwort zu Australien.
Sarah’s Schwester Melanie und Sarah’s Schwager Dennis waren mal für eine längere Zeit in Australien. Dort haben sie damals die Australier Simon & Nadine kennen gelernt. Eine Freundschaft ist entstanden und sie sind sogar nach Deutschland gekommen, um bei der Hochzeit der beiden dabei zu sein. Während der Zeit haben die Australier mit ihren beiden Söhnen bei uns gewohnt und uns immer angeboten Australien zu besuchen und auch bei ihnen zu wohnen. Nettes Angebot, welches wir dann auch natürlich in unsere Weltreise mit einplanen wollten. Es ist ja kein Geheimnis das Australien für uns Europäer ein verdammt teures Reiseland ist. Das es für uns allerdings so günstig wird wie es wahrscheinlich wird, hätten wir auch nicht gedacht.

Nach dem langen Flug sind wir dann endlich in Melbourne gelandet. Dort wartete Simon auf uns, um uns abzuholen. Eine Wohltat nach so einem Flug, sich nicht auch noch um einen Transport kümmern zu müssen. Vom Flughafen in Melbourne geht es ins zwei Autostunden entfernte Jarklin. Hier haben wir bereits nach ca. 2 Minuten Fahrt unsere ersten Kängerus gesehen. Wenn man Jarklin bei Wikipedia eingibt bekommt man als Ergebnis 37 Einwohner. Das ist bei einer Volkszählung 2016 rausgekommen. Simon wäre vor Lachen fast in den Graben gefahren. Er zählte ins die Leute im Dorf auf. Es gibt einen Pub, dort lebt eine Person nämlich der Pubwirt. Eine Farm gibt es nebenan. Dort wohnt der Farmer. Sind wir also bei zwei. Auf einer weiteren Farm wohnen nochmal vier Personen. Sind also sechs. Zwei Häuser stehen leer und uns vier gibt es sagte Simon. Sind wir also bei zehn. Mit Sarah und mir sind es also temporär 12 Einwohner. Ja ein Riesenort. Man erschreckt wirklich wenn mal ein Auto vorbei fährt. Kommt nämlich nicht oft vor. Ein schönes, kleines, gemütliches Häuschen welches die vier hier bewohnen.

Nach unserer Ankunft haben wir uns kurz frisch gemacht und sind direkt weiter auf den Footballplatz. Dort sind nämlich Nadine und die beiden Jungs. Heute steht wohl ein wichtiges Spiel an. Aussie Football ist übrigens eine Mischung aus Rugby und American Football und die Nationalsportart Nummer 1. Ich verstehe die Regeln noch nicht so ganz. Man sieht nur sofort, dass es ein verdammt harter und knochenbrecherischer Sport ist. In drei Stunden vor Ort wurden bestimmt sechs Spieler auf einer Trage vom Platz geholt. Das haben wir biertrinkend und am Rand stehen bestaunt.

Nach dem Spiel ging es zurück nach Hause und wir sind zu Nadine in den Dorfpub. Dort arbeitet sie nämlich und hat uns schon beim Football von den Schnitzeln erzählt. Ja und was sollen wir sagen? Das war eins der besten Schnitzel welches wir je gegessen haben. Nach den letzten sechs Monaten ein wahrer Traum. Natürlich genehmigten wir uns noch das ein oder andere Bier. So langsam macht sich die Müdigkeit breit und ich bin sogar fast am Tresen eingeschlafen. Also machten wir uns auf den Weg nach Hause. Fünf Minuten zu Fuß. Hier ist es so dunkel, man sieht die Hand vor Augen nicht. Man sieht nur Sterne…Mindestens drölf Millionen Sterne und man sieht die Milchstraße. Einfach geil.

Örtlicher Pub in Jarklin

Zu Hause angekommen sind wir ins Bett gefallen und wir sind innerhalb zwei Sekunden eingeschlafen. Nach 17 Stunden Flug und ungefähr 32 Stunden auf den Beinen gab es einen super Schlaf. Das war der erste Tag in Australien. Wir hätten nicht gedacht das er so spannend wird und das wir direkt soviel erleben. Die nächsten Tage haben wir ganz entspannt angehen lassen. Haben ausgeschlafen, haben das verdammt gemütliche Bett genossen, Brot und Käse zum Frühstück gegessen und hatten endlich mal eine Dusche mit ganz normalem Wasserdruck. Verrückt über was man sich freuen kann. Simon und Nadine leihen uns eines ihrer Autos für unseren Roadtrip durch Australien. Verdammt nett, wir können uns sogar eins aussuchen.

Unser Zuhause für die nächsten zwei Monate – Edgar !!

Wir entscheiden uns für Edgar. Wir haben ihn natürlich so genannt, besser gesagt Sarah ist die Namensgeberin. Eine wie ich finde verdammt geile Karre. Zwischendurch haben wir immer mal wieder an Edgar rumgebastelt um ihn für den Trip vorzubereiten.

 

Wir haben zum Beispiel das Außenzelt montiert, Licht eingebaut, unseren Kühlschrank fixiert, unser Zelt reingestellt und fixiert und letztendlich das ganze Kleinzeug eingeladen. Wir haben wirklich alles dabei. Campingkocher, Schaufel, Notdiesel, Batterieaufladekit, einen Kompressor, ein Standuppaddel und und und… Simon hat sogar nochmal einen Ölwechsel gemacht und einen Service am Auto durchgeführt. Edgar ist bereit und wir sind es auch. Er wird für die nächsten zwei Monate unser zu Hause sein. Aber bevor es losging haben wir die Jungs Hayden und Ewan noch in der Schule besucht. Sie lernen dort nämlich Deutsch und haben uns gebeten die Deutschstunde zu besuchen. Unglaublich wie „Deutschlandverrückt“ die Australier sind. In der Schule haben wir uns wie kleine Stars gefühlt. Jeder wollte uns Fragen über uns, unsere Reise und natürlich über Deutschland stellen.

Eine Woche haben wir bei den Vieren verbracht und viel erlebt. Wir waren Trecker fahren, in einer Goldmine, mit der Tram unterwegs, zu Besuch auf einer Schaffarm und sogar schießen im Garten stand auf dem Programm. Natürlich nur auf zum Spaß und nur auf Dosen !!!

 

Das Wochenende naht. Während in Deutschland Pfingsten ist, feiert man hier Queens Birthday. Somit ist hier auch ein langes Wochenende. Simon, Nadine und die Jungs haben entschieden am Wochenende auch zu campen, also sind wir zusammen los.

Es ging ca. 200km Südöstlich von Jarklin in den Grampians Nationalpark. Wir wollten „nur“ zu einem Viewpoint laufen. Allerdings hatten die beiden Jungs die Idee eine andere Route zu laufen. Klar, der normale Weg ist ja auch langweilig. So sind wir über Felsen gekrakselt, durch Büsche gelaufen und standen letztendlich mitten in der Pampa.

Übrigens wären wir hier alleine wohl niemals durchgelaufen. Wenn man an Australien denkt, denkt man sofort an giftige Tiere. Auch wenn es diese hier wirklich zu genüge gibt, die einheimischen haben keine Angst vor ihnen.

Irgendwann haben wir dann doch wieder in die Zivilisation gefunden. Anschließend besuchten wir noch einige Wasserfälle und haben unser erstes großes Känguru entdeckt.

Nadine wollte den Trip damit verbinden um ihren Onkel Jim und ihre Tante leider haben wir den Namen vergessen zu besuchen. Sie wohnen hier ganz in der Nähe und haben ein großes Grundstück. Perfekt für uns um Edgar auch mal über Nacht zu testen. Onkel Jim ist übrigens einer der lustigsten Menschen denen wir bisher auf unserer Reise begegnet sind. Er erzählte den ganzen Abend Witze, auch wenn wir die Hälfte nicht verstanden haben. So haben wir auch die zweite Nacht auf Onkel Jims Grundstück gecampt.

An diesem Abend kam es übrigens zu unserer ersten erschreckenden Begegnung mit der australischen Tierwelt. Als wir Abends im dunkeln in unseren Edgar wollten, saß eine schon etwas größere Huntsman Spinne auf dem Fahrersitz. Ich konnte sie allerdings erfolgreich entfernen. Ekelhaft diese Dinger, gefährlich sind sie übrigens nicht.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück war es Zeit uns zu verabschieden. Wir starten unseren Roadtrip. Grob geplant werden wir übrigens ca. 8500km mit Edgar zurück legen. Wir fahren erstmal wieder ein Stück zurück in östliche Richtung und dann ganz in den Süden. Erster Streckenanschnitt wird die Great Ocean Road sein.

Von da aus dann bald mehr. Bis dann. Grüße aus Down Under

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