Australiens Ostküste Teil II

Nachdem wir wieder Luft in den Reifen hatten, ging es für uns über den Rainbow Beach in Richtung Noosa Heads. Hier hatten wir mal wieder totales Glück. Wir ergattern den letzten Campground direkt am Wasser. Ein echt schöner Ort und toller Campingplatz. Man stellt seine Stühle in den Sand und beobachtet Boote, Standup Paddel und Fischer. Das besondere an diesem Ort, man benötigt hier keinen Bootsführerschein. Dementsprechend fahren hier viele Boote durch die Gegend.

Sarah war natürlich auch wieder auf dem Wasser unterwegs:)

Neben uns stand ein nettes Pärchen aus Australien. Wir beobachten, dass sie täglich einen Brautstrauß auf den Tisch legen und anstoßen. Wir kamen schnell ins Gespräch und haben uns auf Anhieb gut verstanden. Dany und Brad aus der Nähe von Melbourne. Sie haben vor einer Woche geheiratet und verbringen hier ihre Flitterwochen. Es war ein sehr feucht, fröhlicher Abend mit umso mehr Kopfschmerzen am nächsten Tag.

Dany & Brad aus Melbourne 🙂

Die waren so stark, dass wir noch eine Nacht verlängern wollten. Pustekuchen!! Der Campingplatz ist ausgebucht. Ganz übel mit so einem Kater. Weit können wir nicht fahren haben wir sofort beschlossen. Also sind wir weiter Richtung Süden und hielten ca 60km weiter in Beachmere, um einfach unseren Kater auszukurieren.

Topfit starten wir in den nächsten Tag und fahren früh los. Heute fahren wir in unsere erste australische Großstadt. Nach Brisbane. Wir buchten einen Campingplatz fast direkt in der Stadt. Von dort aus fährt ein Bus ca. 20min in die City.

Die Stadt faszinierte uns auf Anhieb und hat uns total gut gefallen. Nette Skyline, nette Menschen, auch hier wieder alles total sauber, blitzblank und vorallem kann man kostenlose Busse und Fähren Nutzen. Das ist doch mal Bürger,- und Touristenfreundlich.

Wir sind sogar kostenlos von unserem Campingplatz in die City gefahren, weil der Busfahrer unseren 20 Dollar Schein nicht wechseln konnte. Wir waren ganz perplex als wir sagten das wir in die Stadt wollen, ich ihm den 20 Dollar Schein hinhielt und er nur dicke Backen machte und sagte “ it’s ok, hop on“. Wir sind stehen geblieben, weil wir nicht glaubten einfach einsteigen zu können. Ich wette diesen 20 Dollar Schein darauf, dass man in Deutschland aus jedem Bus hätte aussteigen müssen. Beim Rückweg war es übrigens wieder so. Wir genießen die Stadt zwei ganze Tage und haben endlich mal wieder um die 20km zu Fuß auf der Uhr.

Seitdem wir in Australien sind, haben wir uns verdammt wenig bewegt. Also zumindest im Gegensatz zu unseren anderen Reiseländern. Allerdings merkt man langsam, dass man wieder Richtung Süden fährt. Es wird wieder kälter, zumindest Nachts bzw. am Morgen. Weiter ging die Route Richtung Süden. Nächster halt war die berühmte Gold Coast. Es erinnert an Miami. Hochhäuser in erster Strandreihe, Restaurants und Bars soweit das Auge reicht.

Hier in der Nähe befindet sich auch das Dschungelcamp, indem sich die RTL Promis zum Affen machen. Wir glauben ja es gibt weitaus gefährlichere Dschungel als diesen. Wir machen noch einen Halt am „Surfers Paradise“ und erleben zum ersten Mal Massentourismus in Australien. Wir entschlossen uns noch weiter zu fahren, da es uns hier nicht sooo gut gefällt.

So sind wir direkt bis nach Byron Bay gefahren. Wieder ein Ort der uns direkt verzaubert. Traumstrände, gemütliches Flair und wieder überaus nette Menschen.

Von dem Leuchtturm hat man eine perfekte 180° Sicht auf den Ozean und es ist übrigens der östlichste Punkt Australiens. Noch spektakulärer ist, dass wir gerade Walsaison haben und von hier oben  Buckelwale aus nächster Nähe beobachten kann. Einfach der Wahnsinn. Sarah hat zum Glück an das Fernglas gedacht und wir wurden belohnt.

Leider wurde es jetzt fast schon zu kalt zum campen. Es waren aber noch knapp 800km bis zu unserem nächsten Ziel Sydney. Da musste wohl auf der Strecke noch ein Zwischenstop her. Nach ein bischen Recherche fand Sarah ein Koala Krankenhaus genau auf halben Weg in Port Macquarie. Eine gute Sache. Dort werden z.B. angefahrene und erkrankte Koalas aufgepäppelt und wieder in die Wildnis ausgesetzt, sofern sie es schaffen.

Leider sieht man immer weniger Koalas in freier Wildbahn, da es immer weniger gibt. Umso schlimmer finden wir diese Zoos, in denen man einen Koala auf den Arm nehmen kann und gegen eine extra Gebühr sogar ein Foto schießen darf. Davon gibt es hier in Australien gefühlt alle paar Kilometer einen. So toll wir dieses Land und die Leute ja finden, dass können wir allerdings nicht nachvollziehen. Normalerweise sind Australier sehr naturverbunden und schützen ihr Wildlife. Wir verbrachten einen tollen Nachmittag in dem Krankenhaus und haben viel über Koalas gelernt.

Noch eine Nacht auf einem kostenlosen Campground und morgen geht es Richtung Megacity ! Sydney!!! Wir entschlossen uns zum ersten mal gegen das Campen und suchten nach einer Airbnb. Wir sind schnell fündig geworden. Normalerweise vertrauen wir oft auf Bewertungen anderer Gäste. Macht ja auch Sinn. Allerdings haben wir hier etwas gefunden, was unschlagbar war. Ein ganz neues Angebot. Wir wären die ersten Gäste. Ein Zimmer im Haus einer Familie für unschlagbare 20€ die Nacht. Wir trauten uns und buchten. Eine super Entscheidung. Das Haus stand in einem Vorort von Sydney, in Cherrybrook. Ein nettes, wohl etwas teureres Fleckchen. Die Familie waren Adriana und Fred aus Südafrika, sie leben aber schon seit 22 Jahren in Australien. Total nette Menschen. Als wir dann erzählten, dass wir auf großer Reise sind und auch schon mal in Südafrika waren, unterhielten wir uns bestimmt drei Stunden. Danach war es aber höchste Zeit um uns ins Bett zu schmeißen. Glaubt mir, nach knapp sieben Wochen campen war das Bett sowas von gemütlich. Wir haben geschlafen wie Babys. Nach dem Frühstück wurde es aber Zeit die große Stadt zu erkunden. Wir haben uns so sehr auf Sydney gefreut. Für mich ist es eine der Städte, die ganz oben auf der „Liste“ stehen. Wir besorgten uns noch schnell eine „Opal Card“ zum Bahnfahren. Diese kann man aufladen und muss sie beim ein und aussteigen scannen. Hat man Geld drauf geht die Schranke auf, wenn nicht dann eben nicht. Bahnfahren ist übrigens relativ günstig. Wir fahren von Cherrybrook ca. 45min in die City und zahlen umgerechnet ca. 2,40€.

Nun war es soweit. Die Bahn fährt über die berühmte Harbour Bridge direkt ins Zentrum von Sydney. Schon jetzt fasziniert die Skyline.

Ich meine, wer findet diesen Anblick nicht toll?Ich denke fast jeder kennt doch die berühmte Oper, oder die Brücke. Insgesamt haben wir vier Tage hier verbracht und haben einige Kilometer zu Fuß zurück gelegt.

Unser Tipp: der Aussichtspunkt „Mrs Macquarie’s Chair“ , von hier aus hat einen fantastischen Blick, vor allem zum Sonnenuntergang.

Übrigens gibt es hier auch wieder tolle Bürgerfreundliche Aktionen. Sonntags zum Beispiel zahlt man mit seiner Opal Card einmalig ca. 2,70€ und kann dann den ganzen Tag Bus,- Bahn,- und Fähre fahren. Das nutzten wir natürlich aus und sind den ganzen Sonntag durch diverse Stadtteile von Sydney gefahren. Die Stadt ist nämlich ziemlich riesig. Der berühmte Bondi Beach z.B. liegt ein ganzes Stück weit weg. Das war übrigens der erste Strand in Australien der so richtig voll war. Aber hier hatten wir unsere besten Fish&Chips.

Sydney ist übrigens so ziemlich der letzte Spot zum Wale beobachten, zumindest wenn man aus dem Norden kommt. Also wagten wir uns und buchten für unglaubliche 40€ (für beide) eine vierstündige Whale Watching Tour. Was soll ich sagen…Es hat sich total gelohnt. Wir sahen einige Buckelwale aus nächster Nähe. Unglaublich, was für riesige Tiere.

Die Tour haben wir übrigens über die App „bookme“ gebucht. Dort bekommt man teilweise super Angebote für alle Regionen in Australien und Neuseeland. Am letzten Tag sind haben wir noch einen kleinen Ausflug in die Blue Mountains gemacht. Diese liegen ca. 100km westlich von Sydney. Wirklich nette Landschaften und tolle Wanderwege mit schönen Viewpoints. Der Name Blue Mountens kommt übrigens daher, weil über den Bergen wirklich ein blauer Schimmer liegt. Dies kommt von den ätherischen Ölen der Eukalyptusbäume. Diese verdunsten und steigen in die Atmosphäre. Sieht schon komisch aus.

So schön Sydney auch ist, irgendwann mussten wir dann doch weiterfahren. Unsere allerletzte Nacht in unserem Edgar stand an. Zum letzten Mal campen in Australien. Ich glaube ja Edgar hat uns die letzten Tage vermisst und war ein wenig sauer, dass wir in einer Airbnb geschlafen haben. Die letzte Nacht campten wir nochmal auf einem kostenlosen Campingplatz bei Albury. Das ist so ziemlich genau die Mitte zwischen Sydney und Melbourne. Das wird nämlich unser letzter Stop bevor es zurück nach Jarklin geht.

Melbourne. Man liest ja immer so viel tolles über diese Stadt. Sie wurde sogar mehrmals zur lebenswertesten Stadt der Welt ernannt. Wir waren ehrlich gesagt etwas erschrocken als wir ankamen. Diese Stadt ist das völlige Gegenteil zum Rest dieses Landes. Es ist dreckiger, unfreundlicher und hektischer. Das hat uns wohl im ersten Moment so geschockt. Australier lieben ja bekanntlich Europa. Melbourne ist wohl die Stadt, die Europa ziemlich nahe kommt. Man könnte wirklich meinen man wäre in einer europäischen Großstadt. Natürlich hat die Stadt auch schönes zu bieten.

Auch hier gibt es wieder eine kostenlose Tram, mit der man sich viele Sehenswürdigkeiten anschauen kann. Melbourne ist auch die Sportstadt Australiens. Alle großen Sportevents finden hier statt. Hier stehen riesige Stadien und die Australien Open werden hier auch ausgetragen. Für Essensliebhaber ist die Stadt auch wie gemacht.

Hier gibt es wirklich alles aus aller Welt. Auch hier haben wir uns wieder eine Airbnb gebucht. In Melbourne ist es im Juli nämlich wirklich ungemütlich. Australier sagen, hier erlebt man alle vier Jahreszeiten an nur einem Tag. Könnte stimmen. Nach nur zwei Tagen hatten wir genug und es ging zurück nach Jarklin. Schließlich mussten wir Edgar zurück bringen.

Da sind wir nun tatsächlich zurück. 49 Tage und 11.400 Kilometer später. Eine kleine Runde durch Australien. Vergleichbar hätten wir durch fast ganz Europa fahren können. Die meisten Australier denen wir von unserer Runde erzählten waren beeindruckt. Wir haben mehr von dem Land gesehen, als die meisten Australier selbst. Unser Fazit: Ein verdammt großes und tolles Land.

Nach unserem Roundtrip blieben wir noch eine Woche bei Simon, Nadine und den Jungs. Am Abend vor unserer Abreise sind wir noch mit Simon und Nadine nach Geelong bei Melbourne gefahren. Hier ist die Brauerei unseres australischen Lieblingsbieres „Furphy“. Nach einer Führung mit ausgiebiger Verkostung wurde es noch ein feuchtfröhlicher Abend. Am nächsten Tag haben wir noch die letzten Stunden gemeinsam verbracht, bevor die beiden uns am Flughafen abgesetzt haben.

Für uns endet ein weiteres Kapitel unserer großen Reise und gleichzeitig beginnt ein Neues. Es wird Zeit für einen neuen Kontinent.

Dazu dann bald mehr. Letzte Grüße aus Australien.

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